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Resonant Touch

  • annajoseph0
  • 15. Dez. 2025
  • 5 Min. Lesezeit

Ein ganzheitlicher Ansatz für Trauma-Integration und Potenzialentfaltung


Dieser Text richtet sich an Menschen, die Resonant Touch kennenlernen möchten – als Klient:innen ebenso wie als Therapeut:innen. Er gibt einen Einblick in Haltung, Beziehungsraum und Prinzipien, aus denen heraus diese Arbeit entsteht.


Resonant Touch ist ein dynamischer, sich stetig weiterentwickelnder therapeutischer Rahmen, der von Karima Valentina Hočevar entwickelt wurde. Er unterstützt Therapeut:innen dabei, ihre Fähigkeit zu innerer Präsenz, Resonanz und Verfügbarkeit zu vertiefen – und aus diesem Raum heraus in eine lebendige, tragfähige Beziehung mit ihren Klient:innen zu treten. Auch wenn Resonant Touch von einem psychodynamisch fundierten Verständnis von Entwicklungstrauma (NARM) informiert ist, steht nicht das Anwenden einer therapeutischen Modalität im Mittelpunkt, sondern die Qualität des Seins, die Therapeut:innen mitbringen und im Kontakt einladen.


Präsenz statt Leistung


Gerade im therapeutischen Alltag passiert es schnell, dass wir als Therapeut:innen beginnen, uns anzustrengen: zu denken, wir müssten etwas leisten, verstehen, analysieren oder „richtig machen“. Leider gerät genau das oft zwischen uns und eine tiefe Beziehung – jene Beziehung, die Klient:innen wirklich unterstützt, sich sicher zu fühlen und die Prozesse zu durchlaufen, die als nächster Schritt dran sind. Heilung entsteht weniger durch Tun als durch die Fähigkeit, wirklich präsent zu sein, zuzuhören und dem System der Klient:innen Raum und Zeit zu geben, sich im eigenen Tempo zu entfalten. Oft hat uns genau das gefehlt – besonders in frühen Entwicklungsphasen: eine Umgebung, die fähig war, mit uns zu sein und uns einen herzoffenen Raum zur Verfügung zu stellen. Genau so, wie wir gerade sind. Mit dem, was wir innerlich erleben.


Grundannahmen von Resonant Touch


Breath of Life

Das Phänomen des "Breath of Life" wurde ursprünglich in der biodynamischen Craniosacraltherapie erforscht. Es beschreibt eine uns innewohnende, intelligente Lebensenergie, die zu jedem Zeitpunkt in jedem Menschen wirkt. Viele Kulturen haben von einer solchen Energie gesprochen (z. B. Prana, Chi, Lebensatem). Diese Kraft organisiert unser Erleben und trägt eine natürliche Hinbewegung zu Kohärenz, Verbindung und Heilung in sich. Oft erkennt diese Kraft sehr früh: Manche Erfahrungen sind zu überwältigend für das System. Zum Schutz werden sie psychisch und körperlich abgespalten und „geparkt“ – für einen späteren Zeitpunkt, an dem genügend innere Kapazität entwickelt ist, ihnen zu begegnen. Häufig braucht es dafür einen anderen Menschen an unserer Seite. Denn was in Beziehung verletzt wurde, kann auch in Beziehung heilen. In Resonant Touch schaffen wir die Grundbedingungen für genau diesen Prozess. Ob und wann sich etwas zeigen möchte, entscheidet immer das System der Klient:innen selbst – dann, wenn genug Sicherheit, Vertrauen und innere Stabilität vorhanden sind. So unterstützt die Arbeit die De-Identifizierung von alten Anpassungen und damit die  psychobiologische Neustrukturierung.


Ganzheit im Kern

Resonant Touch geht davon aus, dass wir als Menschen auf einer tiefen Erlebensebene immer ganz und vollständig sind. Unter Anpassungen, Überlebensstrategien und traumatischen Erfahrungen existiert ein unversehrter Kern von Gesundheit. Aus dieser Haltung heraus begegnen wir unseren Klient:innen: nicht mit der Annahme, dass „etwas nicht stimmt“, sondern mit dem Wissen, dass jede Person im Kern ganz ist – auch wenn bestimmte Anpassungen früher notwendig waren und heute vielleicht im Weg stehen.



Die Weisheit, die sich in Bezogenheit zeigt

Auch wenn es sich im Erleben manchmal anders anfühlt – wenn Dinge Angst machen oder der Gedanke auftaucht: „Jetzt läuft etwas schief“ – ist unsere Haltung in Resonant Touch: Alles, was sich im therapeutischen Beziehungsraum zeigt, hat seinen Platz. Gut begleitet können auch schwierige, widersprüchliche oder irritierende Erfahrungen Teil des Prozesses hin zu mehr Verbindung, Klarheit und innerer Ordnung sein. Auf der Basis eines differenzierten Verständnisses von Entwicklungstrauma (NARM) wenden wir uns dem zu, was sich zeigt – respektvoll, neugierig und mit feinem Gespür für Timing und Grenzen.


Die therapeutische Beziehung


Nicht-Wissen

Nicht-Wissen beschreibt die Bereitschaft, dem Prozess ohne Agenda zu begegnen. Während Vorannahmen unser Wahrnehmungsfeld oft verengen, öffnet Nicht-Wissen einen Raum, in dem sich das Wesentliche im eigenen Tempo zeigen kann. Die Autonomie, das Tempo und der ganz eigene Ausdruck der Klient:innen werden so respektiert und geschützt.


Innere Präsenz

Eine verkörperte, neutrale und zugewandte Anwesenheit bildet den Boden für Sicherheit und natürlich entstehende Co-Regulation. Präsenz wirkt weniger durch Worte als durch das Nervensystem der Therapeutin. Wir spüren als Menschen sehr genau, ob jemand wirklich anwesend ist – oder innerlich angespannt. Genau dieser feinen Wahrnehmungsfähigkeit wird in Resonant Touch bewusst Raum gegeben.


Neugier und Demut – ein Geschwisterpaar

Neugier lässt einen lebendigen Forschergeist entstehen und ermöglicht es, vertraute Muster mit neuen Augen zu betrachten. Demut erinnert uns daran, dass wir nicht die Expert:innen für die innere Welt eines anderen Menschen sind. Gemeinsam ermöglichen Neugier und Demut Begegnung auf Augenhöhe und ein tiefes Vertrauen in die Selbstregulationskraft des Lebens.


Resonant Touch in der Anwendung


Die Mittellinie

Als Therapeut:innen stimmen wir uns immer wieder auf die Mittellinie ein – auf unsere eigene sowie die der Klient:innen. Sie verläuft entlang der Wirbelsäule, organisiert von innen heraus und unterstützt Aufrichtung und innere Klarheit. Die Mittellinie ist eine der frühesten Strukturen in der embryonalen Entwicklung und eine grundlegende Ressource für Orientierung und Stabilität – für Klient:innen ebenso wie für Therapeut:innen.


Berührung und Präsenz

In Resonant Touch berühren wir nicht, um etwas zu „machen“ oder zu korrigieren. Berührung wird als tiefe Form des Zuhörens verstanden. Ihre Qualität – präsent, neutral und einladend – vertieft den Beziehungsraum und unterstützt Integration. Berührung ist stets begleitet von klarer Kommunikation und der Wahrung von Wahlfreiheit.Gerade weil wir uns in diesen Räumen oft in frühen Entwicklungsstadien bewegen, ist das Achten von Grenzen von zentraler Bedeutung.


Orientierung an Intention

Die bewusste Intention der Klient:innen ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit, für den wir uns zu Beginn einer Sitzung Zeit nehmen. In Resonant Touch gehen wir davon aus, dass diese bewusste Intention in Kontakt treten kann mit der oft unbewussten, intelligenten Heilbewegung des Körpers. Dieses Zusammenspiel bildet eine kraftvolle Basis für den sich entfaltenden Prozess.


Umsetzung und Weiterentwicklung


Wie Therapeut:innen Resonant Touch für sich auslegen und verkörpern, kann sehr unterschiedlich sein. Jede Lehre – auch diese – tritt in Beziehung zu unserer bisherigen Ausbildung, unserem individuellen Lebensweg, unserer Geschichte und unserer inneren Entwicklung. Resonant Touch versteht sich als lebendiger Orientierungsrahmen, nicht als festgelegtes System. Therapeut:innen lassen sich von den zugrunde liegenden Prinzipien inspirieren und bringen dieses Wissen in ihre eigene, authentische Ausdrucksform.


Über Karima Valentina Hočevar


Karima Valentina Hočevar ist seit vielen Jahren als Therapeutin und Supervisorin im Bereich Entwicklungstraumatherapie (NARM) und biodynamischer Craniosacral Therapie tätig. Sie Co-leitet Trainings für biodynamische Craniosacral Therapie und ist seit vielen Jahren Teil des Supervisions- und Assistenzteams, das NARM-Weiterbildungen in Europa begleitet.


Die letzten Jahre hat Karima zunehmend der Entwicklung von Resonant Touch gewidmet. In diesem Zusammenhang hat sie ihr Verständnis dafür verfeinert, wie die intelligente Lebensenergie, die als tiefe Weisheit und Organisationskraft in uns vorhanden ist, mit den frühen Anpassungen und Strukturen in Zusammenhang stehen, die unser eingeschränktes Selbstbild prägen. Mit Resonant Touch hat sie Prinzipien der prozessorientierten Arbeit entwickelt, die auf Berührung, Resonanz, Intersubjektivität und Relationalität basieren. Karima bietet seit 2023 Weiterbildungen in Resonant Touch an.


Neugierig geworden?


Mehr über den Ablauf einer Resonant Touch- Session findest du hier.



 
 

Anna Joseph

Heilpraktikerin für Psychotherapie

 

NARM Therapie |

Resonant Touch |

Therapeutische Elternbegleitung

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